Rottaler Erntefest

Samstag, 15. Oktober 2011
Schulhausplatz, Grossdietwil LU, 9 – 16 Uhr

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Grundideen, Ziele und Hintergründe
Rottaler Erntefest

1. Hochwertige und gesunde Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Kulturlandschaft des „Rottals der drei Kantone“ bzw. dem Gebiet der „Napfausläufer-Hügel zwischen Wigger und Langete“ anbieten bzw. absetzen und auch Absatz unter dem Jahr fördern.

Hintergrund: Das Rottal liegt kleinräumig gesehen zwischen den Kleinstädten Zofingen, Willisau, Huttwil und Langenthal und grossräumig zwischen Bern, Basel, Zürich und Luzern. Der Markt für typische und aussergewöhnliche Produkte ist somit, mindestens theoretisch, riesig. Tendenziell werden jedoch vorab die Rohstoffe wie Milch und Mostobst Richtung Industriebetriebe ausserhalb dieses „zentral abgelegenen Gebiets“ gebracht, statt die Wertschöpfung hier zu behalten und veredelte Produkte in regionale und nationale Zentren zu liefern.

2. Aufmerksamkeit auf landschaftliche und kulturelle Besonderheiten wie Hochstammobstgärten, Wässermatten, Teiche, schöne Landschaft, etc. lenken, diese so im Marketing für die speziellen (Landwirtschafts-) Produkte nutzen und positive Entwicklungen im Bereich Landschaft und Biodiversität fördern.

Hintergrund: Der landwirtschaftliche Strukturwandel bringt auf der Ebene der Kulturlandschaft und Artenvielfalt einerseits Gefahren, aber auch Chancen mit sich. So drohen einerseits durch den Druck der Rationalisierung beispielsweise Obstgärten zu verschwinden, andererseits entstehen für Pflanzen und Tiere z.T. wertvolle Restflächen, solange diese extensiv genutzt werden. Da die Landwirtschaft voraussichtlich auch in Zukunft unter Druck bleibt, stellt sich die Frage wie sich einerseits die vielfältige Landschaft über Produkte oder Dienstleistungen vermarktet werden kann und wie sich andererseits die Biodiversität (Artenvielfalt, Strukturvielfalt) fördern lässt.

3. Gegensteuer zu den negativen Auswirkungen (in sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht) des landwirtschaftlichen Strukturwandels geben.

Hintergrund: Der Strukturwandel zieht Konsequenzen mit sich, die im landwirtschaftlich geprägten „Rottal der drei Kantone“ (mit nur wenigen Industrie- und Dienstleistungsbetrieben) für fast alle spürbar sind. So haben z.B. innerhalb weniger Jahre eine ganze Reihe Käsereien ihre Tore wohl für immer geschlossen. Verloren ging dadurch nicht nur Wertschöpfung vor Ort sondern beispielsweise auch soziale Treffpunkte für Landwirte und Private.

4. Mit dem Anlass von regionaler Bedeutung lokale und kantonsübergreifende Begegnungen heranführen und dadurch die grenzüberspannende Zusammenarbeit fördern. Impuls für die nachhaltige Entwicklung (Wirtschaft, Gesellschaft, Natur / Landschaft) von drei „zentral abgelegenen Randregionen“ (BE, LU, AG), welche heute eher Rücken an Rücken stehen, statt gemeinsam vorwärts zu schauen.

Hintergrund: Bis anhin wirkte sich insbesondere die Kantons- und Kulturgrenze LU-BE dahin gehend aus, dass mitten in der Schweiz das Luzerner Hinterland und der östliche Oberaargau sich als Randregionen gegenüber standen. Mit dem westlichsten Zipfel des Aargaus verhält es sich ähnlich. Doch die Bevölkerungsgruppen an der Kantonsgrenze LU-BE blieben sich wohl durch ihre unterschiedliche Konfessionen und die Kulturgrenze östliche/westliche Schweiz noch fremder. Gemeinsame Projekte entstehen in der Regel aber nur, wenn man auch im Alltag miteinander zu tun hat, was mit einem ersten Kennenlernen seinen Lauf nehmen kann, auch lokal.

5. Bekanntheitsgrad und Image des „Rottals der drei Kantone“ verstärken, Besonderheiten und schöne Landschaft den Besuchern wie auch den Einheimischen bewusst machen und auf die Bedeutung als Naherholungsraum hinweisen. Damit soll nicht nur der sanfte Tourismus wie z.B. Lamatrekking, Wandern oder Elektrobike-Vermietung gefördert, sondern auch etwas gegen sinkende Bevölkerungszahlen unternommen werden.

Hintergrund: Der Begriff „Rottal der drei Kantone“ existierte bis vor kurzem nicht. Er wurde geschaffen, um dem Tal der Rot (diese wird übrigens zusammen mit der Langete zur Murg, welche in die Aare fliesst) mindestens einen provisorischen Namen zu geben. Zwar gibt es für dieses Tal den Namen „Rottal „ schon lange (z.B. in der Bezeichnung „Rottaler Sängertreffen“), doch da er nicht einmalig ist (es existiert z.B. das Rottal bei Grosswangen), wurde er nur selten verwendet. Das führte z.B. zur abstrusen Bezeichnung „hinterstes Hinterland“ (gemeint war Altbüron, Grossdietwil, etc.) für den Luzerner Teil, welcher aber nur gerade ca. 10 km von der Oberaargauer Metropole Langenthal liegt.... Der Verein Lebendiges Rottal (VLR) war in den letzten Jahren die erste Organisation, welche die drei Teile (LU, BE, AG) des Rottals als Ganzes zu betrachten begann, denn z.B. für die Natur oder den Wanderer stellt die Rot keine real existierende Grenze dar.

6. Beitrag zur besseren Auslastung des öffentlichen Verkehrs, z.B. durch Hinweis auf Wandermöglichkeiten.

Hintergrund: Rund ums „Rottal der drei Kantone“ gibt es die vier Regionalzentren Zofingen, Willisau, Huttwil und Langenthal. Das hat zur Folge, dass beim öffentlichen Verkehr die Verbindungen möglichst in alle Richtungen stimmen sollten. Dies ist technisch bzw. finanziell aber ein sehr schwieriges Unterfangen, da das Gebiet nur schwach besiedelt ist. So ging letztes Jahr zum Beispiel der Publicar ein. Die Förderung des sanften Tourismus, wie z.B. Wandern, kann dazu beitragen, dass die Linien besser ausgelastet sind und bei der nächsten Sparrunde der öffentlichen Hand eher über die Runde kommen.

7. Sprungbrett für zukunftsweisende Visionen und Projekte schaffen.

Hintergrund: Es gibt in der Region immer wieder Einzelpersonen, Organisationen oder Gemeinden mit guten Ideen. Da diese unter anderem wegen den Kantonsgrenzen, welche z.B. auch Zeitungs- und somit Informationsgrenzen darstellen, anderen Interessierten nicht bekannt werden, kommt es selten zu einer Aufbruchstimmung und natürlich auch nicht zu gemeinsamen Projekten. Das Rottaler Erntefest möchte eine Plattform für grenzüberschreitende Ideen und Projekte sein. Es handelt sich somit nicht um einen Anlass mit „Schwelgen in Folklore und Nostalgie“.

 

 

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